„hallo josua, hier ist der gries“

HAP Grieshaber trifft seinen Schüler und Freund Josua Reichert
9. Oktober bis 27. November 2016, Vernissage am 9. Oktober 2016, um 11:30 Uhr

Ausstellung - Grieshaber-Reichert

Bild vergrößern HAP Grieshaber, Athletenköpfe (aus: Mappe „Janusköpfe"), Farbholzschnitt, 50 x 34 cm, 1956 (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart für Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen. Josua Reichert, Komposition mit kopfstehendem Ypsilon, Buchdruck, 61 x 49 cm, 1970 (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Claus Rammel, Rosenheim.  

Mit der Ausstellung
„hallo josua, hier ist der gries“
HAP Grieshaber trifft seinen Schüler und Freund Josua Reichert werden erstmals Werke von HAP Grieshaber jenen seines jüngsten Schülers an der Karlsruher Akademie dialogisch gegenübergestellt.

HAP Grieshaber (geb. 1909 in Rot a.d. Rot, gest. 1981 auf der Achalm bei Reutlingen) war Holzschneider und Maler. Als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts erneuerte er nach dem Zweiten Weltkrieg den Holzschnitt und entwickelte ihn zum eigenständigen, monumentalen Wandbild. Er bezeichnete sich als „homme engagé“ und handelte stets nach seinem Lebensmotto „malgré tout“ (frz. trotz alledem). Mit seiner Kunst trat er für Demokratie, Umweltschutz oder Anliegen der Jugend ein und machte aufmerksam auf gesellschaftliche und
politische Missstände. Er postulierte eine „Schule des Sehens“, die den Kuratoren der Ausstellung Motivation und Maßgabe ist: „Wir sehen nicht, weil wir aus Feigheit erst wissen wollen, ehe wir zu empfinden wagen.“

Josua Reichert (*1937 in Stuttgart), der auf dem Gebiet der Typografie als einer der wichtigsten zeitgenössischen europäischen Künstler gilt, spannt mit seinen kraftvollen, farbigen Drucken einen weiten Bogen über die Schriftkulturen, Weltliteraturen und Jahrhunderte. Er druckt mit lateinischen, griechischen, kyrillischen, hebräischen und arabischen Schriften. Sein kulturübergreifender Textkanon reicht von der Antike bis in die Gegenwart. Seine scharf konturierten Drucke geben der Literatur die Bilder und werden zu „getanzter Sprache“. Der Buchstabe, das Wort, das Gedicht sind Sinnträger, an denen sich Formenfantasien entzünden.

In den beiden Wechselausstellungsräumen des Stadtmuseums werden großformatige, frühe Holzschnitte von Grieshaber sowie Schriftbilder und Buchstabenarchitekturen von Reichert spannungsreich in Beziehung gesetzt. Insgesamt werden ca. 60-80 Arbeiten gezeigt. Darüber hinaus wird die Stadtbibliothek Siegburg als Ausstellungsort mit einbezogen: in Tischvitrinen werden typografische Hefte von Josua Reichert, Originalholzschnitte von „Engel der Geschichte“, einer von Grieshaber begründeten Kunstzeitschrift, Typen + Werkzeuge gezeigt.


Rahmenprogramm

Sonntag, 9. Oktober, 15 Uhr:
Kuratoren-Führung


Samstag, 22. Oktober, 15 Uhr:
Kuratoren-Führung


Sonntag, 30. Oktober, 11.30 Uhr:
„hallo josua, hier ist der gries. HAP Grieshaber trifft seinen Schüler
und Freund Josua Reichert“

Matinée-Gespräch mit Johannes Göbel und Wolfgang Glöckner.

Sonntag, 6. November, 11.30 Uhr:
Matinée-Gespräch im Rahmen der Reihe „Lieblingsstücke“
„Der Deutsche soll alle Sprachen lernen...“


Dienstag, 15. November, 20 Uhr:
Die Revolution des gemeinen Mannes. Grieshaber und der
Bauernkrieg

Ein bebilderter Vortrag von Wolfgang Glöckner

Bernstein-Verlagsbuchhandlung, Gebrüder Remmel, R²,
Holzgasse 45, 53721 Siegburg, Tel. 02241-8667170,

Dienstag, 22. November, 18 Uhr:
Kuratoren-Führung


Samstag, 26. November, 20 Uhr:
Konzert mit dem a capella-Sextett „room one“


Sonntag, 27. November, 15 Uhr:
Kuratoren-Führung